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Singapur bei Nacht Asienforever

Reisetipps für Singapur – Verhalten • Gesetze • Frauen unterwegs

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Verhalten in Singapur – respektvoll und entspannt unterwegs

„When in Rome, do as the Romans do.“ Diese alte Weisheit gilt natürlich auch für Singapur. Allerdings ist Singapur für Reisende wesentlich unkomplizierter als viele andere Länder Asiens. Die Stadt ist international, modern und multikulturell. Chinesische, malaiische, indische und westliche Einflüsse gehören hier ganz selbstverständlich zum Alltag.

Man muss sich deshalb auch nicht verstellen oder krampfhaft versuchen, sich „asiatisch“ zu verhalten. Seid einfach freundlich, respektvoll und höflich. Ein normales „Hello“ reicht vollkommen aus. Ich finde es eher peinlich, wenn Touristen in Asien jedem Menschen mit irgendwelchen nachgemachten Begrüßungsritualen begegnen, die dort überhaupt nicht üblich sind.

Was in Singapur sehr gut funktioniert, ist Ruhe und Höflichkeit. Falls es einmal ein Problem im Hotel, Restaurant oder mit einer Behörde gibt, bringt lautes Herumschreien normalerweise überhaupt nichts. Freundlich bleiben, das Problem erklären und nach einer Lösung fragen – damit kommt man meiner Erfahrung nach in Asien meistens wesentlich weiter.

Singapur ist ein reiches Land und die Menschen sind an internationale Besucher gewöhnt. Trotzdem gilt für Traveller dasselbe wie überall: Nur weil man als Tourist möglicherweise mehr Geld zur Verfügung hat, ist man nichts Besseres. Ich habe nie verstanden, warum manche Backpacker glauben, besonders abgerissene Kleidung oder demonstrative Nachlässigkeit seien ein Zeichen dafür, dass man ein besonders erfahrener Traveller ist. Saubere, normale Kleidung reicht vollkommen.

Besonders wichtig ist etwas Respekt gegenüber den verschiedenen Religionen. In Singapur findet ihr buddhistische und hinduistische Tempel, Moscheen und Kirchen oft nur wenige Straßen voneinander entfernt. Beim Besuch religiöser Stätten sollte man sich entsprechend kleiden. Schultern und Knie sollten nach Möglichkeit bedeckt sein. Wo Schuhe ausgezogen werden, macht man es selbstverständlich genauso wie die Einheimischen.

Beim Fotografieren gilt für mich eine ganz einfache Regel: Gebäude, Straßen und Märkte kann man natürlich fotografieren. Bei einzelnen Menschen frage ich vorher, wenn ich ihnen mit der Kamera sehr nahe komme. Gerade beim Gebet oder in religiösen Einrichtungen sollte man etwas Zurückhaltung zeigen.

Auch beim Essen kann man sich mit sehr wenig Aufwand respektvoll verhalten. Singapur ist für seine Hawker Centre und seine enorme Vielfalt an chinesischem, malaiischem und indischem Essen bekannt. Wenn euch etwas nicht schmeckt oder ungewöhnlich aussieht, müsst ihr es nicht essen. Aber vor einem Essensstand zu stehen, auf das Essen zu zeigen und dabei angeekelt das Gesicht zu verziehen, finde ich genauso unhöflich wie in Indien oder Thailand.

In Hawker Centres werdet ihr außerdem manchmal einen kleinen Gegenstand wie eine Packung Taschentücher auf einem freien Tisch sehen. Das ist oft kein Müll. Die Singapurer nennen das „chope“ – damit wird ein Sitzplatz reserviert, während jemand sein Essen holt. Also nicht einfach hinsetzen und die Taschentücher wegschieben.

Im öffentlichen Nahverkehr ist Singapur sehr angenehm. Beim MRT wartet man in der Regel ordentlich, lässt die Fahrgäste zuerst aussteigen und steigt anschließend ein. Auf Rolltreppen steht man üblicherweise links, damit andere rechts vorbeigehen können. Rücksichtnahme und Ordnung gehören hier einfach zum Alltag.

Wer bei einer singapurischen Familie eingeladen ist, sollte darauf achten, was die Gastgeber machen. In vielen Wohnungen werden die Schuhe vor dem Betreten ausgezogen. Bei muslimischen Gastgebern würde ich beim Begrüßen des anderen Geschlechts außerdem nicht automatisch die Hand ausstrecken, sondern abwarten, ob mein Gegenüber einen Handschlag anbietet.

Mein persönlicher Tipp:
Macht euch nicht verrückt wegen irgendwelcher komplizierten Benimmregeln. Singapur ist eines der einfachsten Länder Asiens für Reisende. Freundlich sein, nicht drängeln, andere Menschen respektieren und ein wenig beobachten, wie sich die Einheimischen verhalten – damit macht ihr eigentlich schon fast alles richtig.

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Gesetze in Singapur – was Touristen wirklich wissen sollten

Singapur ist für seine strengen Gesetze bekannt. Man sollte sich davon aber auch nicht verrückt machen lassen. Wer sich normal und respektvoll verhält, keinen Müll auf die Straße wirft und die üblichen Regeln beachtet, wird als Tourist normalerweise keine Probleme bekommen.

Bei einigen Dingen versteht Singapur allerdings überhaupt keinen Spaß. Ganz oben auf dieser Liste stehen Drogen. Besitz, Konsum, Einfuhr und insbesondere Handel mit illegalen Drogen werden sehr hart bestraft. Das gilt auch für Cannabis. Was in einigen europäischen Ländern mittlerweile legal oder geduldet ist, kann in Singapur eine schwere Straftat sein.

Bei größeren Mengen können Drogendelikte sogar mit lebenslanger Haft oder der Todesstrafe enden. Das ist keine theoretische Vorschrift – die Todesstrafe für schwere Fälle von Drogenhandel wird in Singapur weiterhin vollstreckt.

Mein Tipp ist deshalb ganz einfach:
Finger weg von Drogen. Nehmt auch niemals für andere Personen Pakete, Taschen oder irgendwelche unbekannten Gegenstände mit nach Singapur. Wenn ihr nicht genau wisst, was darin ist, lasst es stehen.

E-Zigaretten und Vapes sind ebenfalls ein Thema, das viele Reisende unterschätzen. Vaporizer, E-Zigaretten und entsprechende Liquids oder Pods sind in Singapur verboten. Das betrifft nicht nur den Verkauf, sondern auch Besitz und Benutzung. Bringt eure Vape deshalb am besten überhaupt nicht erst mit ins Land.

Normale Zigaretten sind nicht grundsätzlich verboten, aber Rauchen ist an sehr vielen Orten untersagt. Dazu gehören beispielsweise große Teile öffentlicher Gebäude, Haltestellen, Parks und zahlreiche andere öffentliche Bereiche. Am einfachsten hält man sich an die ausgewiesenen Raucherbereiche.

Auch bei Müll ist Singapur konsequent. Zigarettenkippen, Papiertaschentücher oder andere Abfälle einfach auf die Straße zu werfen, kann teuer werden. Wiederholungstäter können zusätzlich zu Geldstrafen zu sogenannten Corrective Work Orders verpflichtet werden und müssen öffentliche Bereiche reinigen.

Bei meiner ersten Singapur-Reise rauchte ich noch. Ich wartete an einer Bushaltestelle auf den Bus und zündete mir eine Zigarette an. Eigentlich wusste ich, dass das dort verboten war, aber in diesem Moment hatte ich einfach nicht daran gedacht. Als ich die Zigarette ausdrückte, kam ein Polizist oder Mitarbeiter des Ordnungsdienstes zu mir und fragte mich, ob ich 300 Singapur-Dollar zahlen möchte. Da fiel es mir schlagartig wieder ein. Ich entschuldigte mich mehrmals, sagte, dass es mein erster Tag in Singapur sei, hob die Kippe auf und steckte sie ein. Daraufhin ließ er mich ohne Strafe weitergehen. Puh – damals war ich noch mit kleinstem Reisebudget unterwegs und 300 Dollar hätten richtig wehgetan.

In MRT, Bussen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln solltet ihr ebenfalls aufpassen: Essen und Trinken ist dort nicht erlaubt. Ein Kaffee oder eine offene Getränkedose in der Bahn ist deshalb keine besonders gute Idee.

Beim Alkohol gibt es ebenfalls eine Besonderheit. Zwischen 22:30 Uhr und 7:00 Uhr darf in öffentlichen Bereichen grundsätzlich kein Alkohol getrunken werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass um 22:30 Uhr sämtliche Bars schließen. In entsprechend lizenzierten Bars, Restaurants und Hotels darf weiterhin Alkohol ausgeschenkt und getrunken werden.

Und dann ist da noch das berühmte Kaugummi-Verbot. Hier wird viel Unsinn erzählt. Es ist nicht grundsätzlich verboten, in Singapur Kaugummi zu kauen. Stark eingeschränkt beziehungsweise verboten ist vor allem die Einfuhr und der Verkauf normalen Kaugummis. Bestimmte medizinische und zahnmedizinische Kaugummis sind davon ausgenommen. Einen Koffer voller Kaugummi würde ich deshalb jedenfalls nicht nach Singapur mitnehmen.

Graffiti, mutwillige Beschädigungen und Vandalismus sollte man ebenfalls nicht auf die leichte Schulter nehmen. Singapur bestraft solche Delikte wesentlich härter als wir es aus Deutschland gewohnt sind.

Mein persönlicher Tipp:
Singapur fühlt sich trotz seiner vielen Regeln überhaupt nicht wie ein Polizeistaat an. Im Gegenteil – gerade dadurch ist die Stadt sauber, geordnet und sehr sicher. Als normaler Tourist muss man keine Angst vor den Gesetzen haben. Bei Drogen und Vapes allerdings würde ich wirklich keinerlei Risiko eingehen.

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Hinweis: Gesetze und Strafen können sich ändern. Vor der Reise deshalb bei wichtigen Themen zusätzlich die aktuellen Hinweise der singapurischen Behörden und des Auswärtigen Amtes prüfen.

Frauen in Singapur – Wie verhalte ich mich als westliche Frau in Singapur

Für westliche Frauen ist Singapur ein sehr unkompliziertes Reiseziel. Im normalen Alltag müsst ihr euch nicht anders kleiden oder verhalten als in einer europäischen Großstadt. Shorts, Kleider, T-Shirts oder ärmellose Oberteile sind grundsätzlich kein Problem.

Etwas anderes gilt beim Besuch von Tempeln und Moscheen. Dort sollte man sich respektvoll kleiden. Schultern und Knie sollten bedeckt sein, und in vielen religiösen Gebäuden müssen die Schuhe ausgezogen werden. Teilweise werden am Eingang auch Tücher oder Überwürfe zur Verfügung gestellt. Die benutzt dann bitte.

Auch alleinreisende Frauen können sich in Singapur normalerweise sehr gut bewegen. MRT und Busse sind sauber und übersichtlich, und auch abends sind viele Gegenden noch belebt. Trotzdem würde ich auch in Singapur die üblichen Vorsichtsmaßnahmen nicht vergessen – besonders spät nachts, in Bars, Clubs oder an sehr ruhigen Orten.

Sexuelle Belästigung kommt auch in Singapur vor. Die Polizei weist besonders auf volle MRT-Züge, Busse, Aufzüge und das Nachtleben als Situationen hin, in denen man aufmerksam bleiben sollte. Wenn euch jemand absichtlich zu nahe kommt dann reagiert wie bei uns, versucht Hilfe von anderen Leuten zu bekommen. Flirtet nicht, wenn ihr nicht weiter gehen wollt. Asiatische Männer, besonders Hindus und Muslime können dann sehr gekränkt und böse reagieren. Nur so zum "Spaß" oder "wie weit kann ich gehen" ist ein absolutes NoGo !

Im Umgang mit Männern braucht ihr euch nicht künstlich zurückhaltend zu verhalten. Singapur ist sehr international. Bei sehr religiösen Menschen kann es allerdings vorkommen, dass beispielsweise ein Händedruck zwischen Mann und Frau nicht üblich ist. Wenn ihr unsicher seid, wartet einfach ab, wie euch die andere Person begrüßt.

Mein Tipp:
Macht euch als Frau in Singapur nicht unnötig verrückt. Kleidet euch so, wie ihr euch wohlfühlt, und verhaltet euch ganz normal. Nur bei religiösen Stätten würde ich etwas mehr Rücksicht auf Kleidung und örtliche Regeln nehmen. Und wie überall auf Reisen gilt: Wenn sich eine Situation komisch anfühlt, lieber einmal mehr weggehen als einmal zu wenig.

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Persönlich erlebt - Fotografiert - Geschrieben.
AsienForever basiert auf eigenen Reisen seit 1986. Hier geht es nicht um anonyme Reise-Texte, sondern um authentische Erfahrungen, Fotos und Tipps aus Jahrzehnten unterwegs in Asien und anderen Teilen dieser Welt.

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