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Thailand liegt mitten in Südostasien und erstreckt sich vom bergigen Norden bis weit hinunter zur malaiischen Halbinsel. Auf rund 513.000 km² ist das Land deutlich größer als Deutschland. Von Norden nach Süden sind es ungefähr 1.600 Kilometer – kein Wunder also, dass Landschaft, Klima und Lebensweise von Region zu Region ganz unterschiedlich sind.
Thailand grenzt an Myanmar (früher Burma), Laos, Kambodscha und Malaysia. Im Westen liegen die Andamanensee und im Osten der Golf von Thailand. Besonders der lange südliche Ausläufer, den ich gerne den „Rüssel“ Thailands nenne, ist auf der Landkarte unverwechselbar.
Der Norden gehört für mich zu den schönsten Gegenden Thailands. Hier liegen bewaldete Berge, kleine Dörfer und kurvenreiche Straßen. Der Doi Inthanon ist mit etwa 2.565 Metern der höchste Berg des Landes. In höheren Lagen kann es im Winter nachts empfindlich kalt werden. Ich weiß dies, denn ich war oben. Wer nur an tropische Hitze denkt, wird dort überrascht sein.
Im Norden verläuft der Mekong abschnittsweise entlang der Grenze zu Laos. Er ist einer der großen Ströme Südostasiens. Und dann gibt es natürlich noch den Mekhong-Whisky – der fließt allerdings eher durch die Gläser als durch Thailand. :-)
Eine Begegnung im Goldenen Dreieck werde ich nicht vergessen: Ich war allein mit dem Motorrad in den Bergen unterwegs, als mich plötzlich bewaffnete Männer anhielten und wissen wollten, was ich dort suchte. Ich vermutete, dass sich in der Nähe ein verbotener Anbau von Mohn oder etwas anderes befand, das ich besser nicht sehen sollte. Also stellte ich mich möglichst harmlos, fragte in meinem gebrochenen Thai nach einem Wasserfall – „Nam Tok“ – und tat so, als hätte ich mich nur verfahren. Die Männer reagierten ziemlich unwirsch und schickten mich weg. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Was dort tatsächlich los war, weiß ich bis heute nicht. Allein in dieser Gegend wollte ich es jedenfalls nicht herausfinden.
Interessante Orte im Norden sind unter anderem Chiang Mai, Chiang Rai, Mae Hong Son, Lampang und Sukhothai. Wer gerne auf eigene Faust reist, findet hier viel mehr als die üblichen Touristenprogramme.
Der Isaan wird von vielen Urlaubern links liegen gelassen. Dabei erlebt man dort oft ein Thailand, das mit den großen Badeorten wenig gemeinsam hat: Reisfelder, kleine Märkte, Tempel, Dörfer und ein ganz eigener Alltag. Die Region ist wirtschaftlich in manchen Gegenden weniger wohlhabend als Bangkok oder die Touristenzentren, aber deshalb noch lange nicht einfach nur „arm und kahl“.
Das Klima kann extrem sein. In der Regenzeit führen heftige Niederschläge örtlich zu Überschwemmungen; in der trockenen Jahreszeit leiden manche Gegenden unter Wassermangel. Zu den bekannteren Städten gehören Khon Kaen, Udon Thani, Ubon Ratchathani und Nakhon Ratchasima, meist kurz Korat genannt. In Teilen des Nordostens prägen die Nähe zu Laos und Kambodscha auch Sprache, Küche und Traditionen.
Zentralthailand ist geprägt von der fruchtbaren Ebene des Chao Phraya, der durch Bangkok fließt. Reisfelder, Kanäle und Flusslandschaften bestimmen vielerorts das Bild. Hier liegen auch die historische Königsstadt Ayutthaya und die Millionenmetropole Bangkok.
Wie gewaltig die Wassermassen in der Regenzeit werden können, habe ich selbst erlebt: Ich bin in Bangkok schon bis zu den Hüften durchs Wasser gelaufen. Solche Erlebnisse vergisst man nicht. Allerdings ist nicht jedes Jahr und jeder Stadtteil gleichermaßen betroffen. Wer während der Regenzeit unterwegs ist, sollte lokale Wetterwarnungen ernst nehmen.
Im Süden wird Thailand schmal und zieht sich bis zur Grenze nach Malaysia. Dort findet ihr tropischen Regenwald, Kalksteinfelsen, Kautschukplantagen, Fischerorte und einige der schönsten Inseln Südostasiens. Mindestens genauso schön wie die Halong Bucht in Nordvietnam. Besonders wichtig für die Reiseplanung ist die Unterscheidung zwischen den beiden Küsten.
An der Andamanensee im Westen liegen beispielsweise Phuket, Krabi, Khao Lak, Koh Lanta und Koh Phayam. Im Golf von Thailand im Osten findet ihr Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao. Diese Unterscheidung ist nicht nur geografisch wichtig: Die Regenzeiten fallen an beiden Küsten unterschiedlich aus. Darauf gehe ich im nächsten Kapitel zur Reisezeit genauer ein.
Im äußersten Süden, besonders in den Provinzen Pattani, Yala und Narathiwat, leben viele muslimische Thailänder. Religion, Sprache und Kultur unterscheiden sich dort zum Teil deutlich von anderen Landesteilen. Zu den bekannten Städten und Regionen im Süden zählen außerdem Surat Thani, Chumphon, Trang, Hat Yai und Nakhon Si Thammarat.
Thailand hat ungefähr 66 Millionen Einwohner; je nach statistischer Quelle und Zählweise können die Angaben etwas abweichen. Die Amtssprache ist Thai. Daneben hört man regionale Sprachen und Dialekte, zum Beispiel im Isaan, im Norden und im Süden. In touristischen Gegenden kommt man mit Englisch häufig zurecht, auf dem Land dagegen längst nicht überall.
Die Mehrheit der Bevölkerung ist buddhistisch geprägt. Daneben gibt es unter anderem muslimische, christliche und chinesischstämmige Gemeinschaften mit eigenen Traditionen. Gerade diese Unterschiede machen Thailand für mich so interessant. Wer nur Bangkok, Pattaya oder Phuket kennt, hat längst nicht das ganze Land gesehen.
Thailand kann man grundsätzlich das ganze Jahr bereisen. Ich bin zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten dort unterwegs gewesen und habe dabei eines gelernt: Die beste Reisezeit hängt davon ab, wohin ihr fahren möchtet. Während an der Andamanenküste der Monsun für hohe Wellen und kräftige Regenfälle sorgen kann, habt ihr auf den Inseln im Golf von Thailand vielleicht gerade herrliches Badewetter. Selbst Inseln wie Koh Samui haben ein Mikroklima. Ich war im Nordwesten in Ban Tai / Mae Nam. Dort regenet es im Januar fast täglich, während es in Chaweng, Lamai oder der Ostküste kaum regnete. Das ist zwar nicht die Regel, kann aber vorkommen.
In großen Teilen Thailands sind die Monate November bis Februar angenehm: Es ist vielerorts trockener und nicht ganz so heiß. Im März und April steigen die Temperaturen deutlich an. Ab etwa Mai bringt der Südwestmonsun in weiten Landesteilen mehr Regen. Das sind aber nur grobe Richtwerte, denn Thailand ist lang gezogen und die Küsten haben unterschiedliche Wettermuster.
Und noch etwas: Regenzeit bedeutet nicht, dass es wochenlang rund um die Uhr regnet. Häufig scheint zunächst die Sonne, bevor am Nachmittag oder Abend ein kräftiger Schauer niedergeht. Manchmal regnet es allerdings auch länger und heftiger. Überflutete Straßen, starke Strömungen und ausfallende Bootsverbindungen sollte man nicht unterschätzen.
Für Bangkok, Ayutthaya und weite Teile Zentralthailands sind November bis Februar meist besonders angenehm. Von März bis Mai kann die Hitze drückend werden. Die regenreicheren Monate liegen häufig zwischen Mai und Oktober, mit einem erhöhten Risiko für Überschwemmungen gegen Ende der Regenzeit.
Ich habe selbst erlebt, wie stark der Regen in Bangkok ausfallen kann: In manchen Straßen stand mir das Wasser bis zur Hüfte. Solche Erlebnisse vergisst man nicht. Deshalb plane ich in der Regenzeit bei längeren Fahrten immer etwas mehr Zeit ein.
Wer nach Chiang Mai, Chiang Rai, Mae Hong Son oder in den Nordosten (Isaan) reisen möchte, findet von November bis Februar häufig gute Bedingungen. Tagsüber ist es angenehm warm; in den Bergen kann es nachts dagegen empfindlich kalt werden. Eine leichte Jacke gehört für eine Tour durch den Norden unbedingt ins Gepäck.
Im März und April wird es oft sehr heiß. Dazu kommt im Norden vielerorts die Rauch- und Feinstaubbelastung durch Brände und landwirtschaftliches Abbrennen. Gerade wer wandern oder Motorrad fahren möchte, sollte vor der Reise auch die aktuelle Luftqualität prüfen. Ab ungefähr Mai beginnt in vielen Gebieten die regenreichere Zeit, die meist bis Oktober reicht.
Für die Westküste mit Phuket, Krabi, Khao Lak, Koh Lanta und den Inseln der Andamanensee sind meist Dezember bis März besonders günstig. Dann ist das Meer häufig ruhiger und die Bedingungen für Strandurlaub und Bootsausflüge sind oft gut.
Etwa von Mai bis Oktober bringt der Südwestmonsun mehr Regen und teils starken Wellengang. Vor allem an exponierten Stränden können gefährliche Strömungen auftreten. Achtet unbedingt auf die Warnflaggen der Rettungsschwimmer. Einzelne Inselverbindungen und Ausflüge werden in dieser Zeit eingeschränkt oder wetterbedingt abgesagt. Trotzdem gibt es auch während der Regenzeit sonnige Tage.
Die Inseln Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao liegen auf der anderen Seite der malaiischen Halbinsel, im Golf von Thailand. Deshalb gelten dort nicht dieselben Regenzeiten wie auf Phuket. Oft sind Februar bis September gute Reisemonate, wobei es natürlich auch zwischendurch regnen kann.
Besonders Oktober bis Dezember kann es im westlichen Golf von Thailand deutlich nasser werden; häufig fallen die kräftigsten Niederschläge im November. Wer im europäischen Sommer nach Thailand fliegt, findet auf Koh Samui und den Nachbarinseln daher oft günstigere Bedingungen als an der Andamanenküste. Eine Garantie für Sonnenschein ist das natürlich nicht.
Wer möglichst viele Regionen Thailands auf einer Reise besuchen möchte, fährt mit Januar oder Februar oft gut. Für einen Badeurlaub im europäischen Sommer würde ich mir eher Koh Samui, Koh Phangan oder Koh Tao ansehen. Und wer im März oder April in den Norden möchte, sollte neben der Hitze unbedingt die Luftqualität im Blick behalten.
Lasst euch von einer Regenzeit aber nicht gleich abschrecken. Ich habe Thailand auch in nassen Monaten von seiner schönsten Seite erlebt. Ein bisschen Flexibilität gehört für mich ohnehin zum Reisen dazu. Schaut vor Bootsfahrten, Trekkingtouren und längeren Überlandfahrten auf die aktuelle Wettervorhersage und die örtlichen Warnungen.
Thailand war für mich schon immer ein wunderbares Reiseland – auch weil man hier mit einem überschaubaren Budget viel erleben kann. Ich habe noch die Zeiten erlebt, als einfache Unterkünfte und eine Mahlzeit nur wenige Mark kosteten. Inzwischen ist vieles teurer geworden, besonders auf beliebten Inseln und in den großen Touristenzentren. Trotzdem lässt sich Thailand nach wie vor günstig bereisen. Es kommt darauf an, wie ihr unterwegs seid.
Die Landeswährung ist der Thailändische Baht (THB). In kleinen Garküchen, auf Märkten, in einfachen Gästehäusern und außerhalb der Touristenzentren ist Bargeld nach wie vor sehr wichtig. Größere Hotels, Einkaufszentren und viele Restaurants akzeptieren Kreditkarten. Verlasst euch aber nicht darauf, überall mit Karte bezahlen zu können.
Wechselt am besten nicht eure gesamte Reisekasse bereits am Flughafen. Für die ersten Ausgaben reicht ein kleiner Betrag. Vergleicht anschließend die Wechselkurse seriöser Wechselstuben und Banken. Der Kurs ändert sich laufend – deshalb nenne ich hier bewusst keinen festen Euro-Baht-Wechselkurs.
Geldautomaten (ATM) gibt es in Thailand in großer Zahl, besonders in Städten und Touristengebieten. Mit einer geeigneten Visa- oder Mastercard könnt ihr meist problemlos Baht abheben. Achtung: Viele thailändische Banken berechnen für ausländische Karten eine zusätzliche Automatengebühr. Dazu können Gebühren eurer eigenen Bank kommen. Die genaue Höhe wird üblicherweise am Automaten angezeigt.
Wenn der Geldautomat anbietet, den Betrag direkt in Euro umzurechnen, wählt möglichst die Abrechnung in Baht (THB) und lehnt die angebotene Sofortumrechnung ab. Diese sogenannte Dynamic Currency Conversion hat häufig einen schlechteren Wechselkurs. Prüft trotzdem die Konditionen eurer Karte.
Ich empfehle euch, möglichst zwei unabhängig voneinander nutzbare Karten mitzunehmen und getrennt aufzubewahren. Dazu gehört eine kleine Bargeldreserve für den Fall, dass ein Automat nicht funktioniert oder eine Karte gesperrt wird. Die früher üblichen Traveller-Schecks spielen heute praktisch keine Rolle mehr.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer in einfachen Gästehäusern schläft, an Straßenständen isst und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, gibt erheblich weniger aus als jemand, der Strandresorts, westliche Restaurants und private Transfers bevorzugt. Bangkok, Phuket und besonders gefragte Inseln können deutlich teurer sein als kleinere Orte im Norden oder Nordosten.
Die folgenden Beträge sind grobe Planungsbeispiele pro Person und Tag, keine verbindlichen aktuellen Marktpreise. Flug nach Thailand, größere Ausflüge und Reiseversicherung sind nicht enthalten:
| Reiseart | Orientierung pro Tag | Typischer Reisestil |
|---|---|---|
| Einfaches Backpacking | ca. 800–1.500 Baht | Einfaches Zimmer oder Hostel, Streetfood, Bus und Bahn |
| Individuell und bequem | ca. 1.500–3.000 Baht | Privates Gästehauszimmer, Restaurants, gelegentliche Ausflüge |
| Mehr Komfort | ab ca. 3.000 Baht | Gute Hotels, touristische Restaurants, häufigere Transfers und Aktivitäten |
Wichtig: In der Hauptsaison und auf beliebten Inseln kann schon die Unterkunft einen großen Teil dieses Budgets verbrauchen. Wenn ihr allein reist und ein privates Zimmer benötigt, müsst ihr oft mehr einplanen als zwei Personen, die sich die Zimmerkosten teilen.
Wer thailändisch isst, kann häufig viel Geld sparen. Eine einfache Mahlzeit an einem Straßenstand ist meist günstiger als Pizza, Burger oder ein Restaurant direkt am Strand. Und oft schmeckt mir das Essen in den kleinen Garküchen ohnehin besser. Gerade dort kommt man auch schnell mit Einheimischen ins Gespräch.
Bei Unterkünften lohnt es sich, Preise und Lage zu vergleichen. Ein günstiges Zimmer weit außerhalb kann durch tägliche Taxifahrten am Ende teurer werden. Bei Fähren, Nachtzügen und Fernbussen solltet ihr nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf die Verbindungen und den Anbieter. In der Hochsaison ist eine frühzeitige Reservierung auf beliebten Inseln oft sinnvoll.
Mein persönlicher Rat: Spart nicht an jedem einzelnen Baht. Thailand ist ein Land, in dem man viel entdecken und erleben kann. Manchmal ist eine schöne Bootsfahrt, ein gutes Essen oder ein paar Tage länger an einem besonderen Ort mehr wert als die letzte eingesparte Münze.
Persönlich erlebt - Fotografiert - Geschrieben.
AsienForever basiert auf eigenen Reisen seit 1986. Hier geht es nicht um anonyme Reise-Texte, sondern um authentische Erfahrungen, Fotos und Tipps aus Jahrzehnten unterwegs in Asien und anderen Teilen dieser Welt.
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